Ratgeber 14. Mai 2026 3 Min. Lesezeit

Heizlast berechnen fürs Einfamilienhaus – Wärmepumpe richtig dimensionieren

Wie groß muss die Wärmepumpe sein? Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 verständlich erklärt – mit Norm-Außentemperaturen für deutsche Regionen und Faustwerten nach Baujahr.

Chofu R290 Wärmepumpe vor einem Einfamilienhaus mit Bauplan – Symbolbild Heizlastberechnung

Kurz gesagt: Die Heizlast ist die Leistung in Kilowatt, die Ihr Haus am kältesten Tag des Jahres braucht. Sie wird nach DIN EN 12831 berechnet und entscheidet, welche Wärmepumpen-Leistungsklasse zu Ihnen passt. Ein typisches saniertes Einfamilienhaus liegt bei 5–9 kW, ein unsanierter Altbau höher. Wichtig: Lieber genau rechnen als großzügig schätzen – ein zu großes Gerät kostet mehr und verschleißt schneller.

Warum die Heizlast die wichtigste Zahl ist

Bevor Sie über Modelle, Preise oder Förderung sprechen, steht eine Frage: Wie viel Heizleistung braucht Ihr Haus überhaupt? Diese Zahl – die Heizlast – ist die Grundlage jeder seriösen Planung.

Wird sie zu hoch angesetzt, bekommen Sie ein überdimensioniertes Gerät: höhere Anschaffung, häufiges Takten (ständiges Ein- und Ausschalten), schnellerer Verschleiß. Wird sie zu niedrig angesetzt, wird das Haus an kalten Tagen nicht warm. Beides lässt sich vermeiden – mit einer korrekten Berechnung.

So funktioniert die Berechnung nach DIN EN 12831

Die Norm DIN EN 12831 (in Deutschland konkretisiert durch DIN/TS 12831-1) berechnet die Heizlast raumweise. Vereinfacht setzt sie sich aus zwei Anteilen zusammen:

  • Transmissionsverluste – Wärme, die durch Wände, Fenster, Dach und Boden nach außen entweicht.
  • Lüftungsverluste – Wärme, die mit der Luft beim Lüften und durch Undichtigkeiten verloren geht.

Beide Anteile hängen von der Norm-Außentemperatur Ihres Standorts ab – also davon, wie kalt es bei Ihnen am Auslegungstag wird.

Norm-Außentemperatur: was an Ihrem Standort gilt

Die Norm-Außentemperatur ist in Deutschland postleitzahlgenau festgelegt. Grobe Orientierung nach Region:

RegionNorm-Außentemperatur
Küste, Norddeutsches Tiefland (Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein)ca. −10 °C
Rheinland, Ruhrgebiet, Niedersachsenca. −10 bis −12 °C
Mittel- und Ostdeutschland (Berlin, Hannover, Kassel)ca. −12 bis −14 °C
Sachsen, Franken, süddeutsches Binnenlandca. −14 °C
Mittelgebirge (Schwarzwald, Erzgebirge, Thüringer Wald)ca. −14 bis −16 °C
Alpenrandbis −16 bis −18 °C

Für die Förderung über die KfW muss die maßgebliche Norm-Außentemperatur in der Heizlastberechnung dokumentiert sein. Gut zu wissen: Selbst die kältesten deutschen Lagen sind für die Chofu R290 unkritisch – sie arbeitet bis −25 °C und hält bis −7 °C die volle Heizleistung.

Faustwerte: grobe Heizlast nach Baujahr

Die exakte Berechnung macht der Fachbetrieb. Für eine erste Größenordnung helfen Richtwerte in Watt pro Quadratmeter Wohnfläche:

GebäudezustandHeizlast-Richtwert
Unsanierter Altbau (bis ca. 1977)140–180 W/m²
Bestand 1978–1983, unsaniert110–140 W/m²
Bestand 1984–199490–110 W/m²
Teilsaniert (neue Fenster, etwas Dämmung)80–100 W/m²
Bestand 1995–200160–75 W/m²
Neubau / gute Vollsanierung30–50 W/m²

Rechenbeispiel: Ein teilsaniertes Einfamilienhaus mit 140 m² Wohnfläche und einem Richtwert von 90 W/m² ergibt überschlägig 140 × 90 W = 12,6 kW. Eine gut sanierte 140-m²-Immobilie mit 45 W/m² käme dagegen auf nur rund 6,3 kW.

Diese Faustwerte sind nur eine erste Orientierung – die tatsächliche Heizlast kann je nach Fensterflächen, Ausrichtung und Bauausführung deutlich abweichen.

Vom Heizlast-Wert zum Modell

Steht die Heizlast, ist die Modellwahl fast schon entschieden. Die Chofu R290 deckt mit den Leistungsklassen 4, 6 und 10 kW den typischen Einfamilienhaus-Bereich ab. Maßgeblich ist dabei die Heizleistung bei der Norm-Außentemperatur, nicht die Nennleistung unter Laborbedingungen.

Ein häufiger Fehler ist das Aufrunden „zur Sicherheit”. Eine moderne Inverter-Wärmepumpe wie die Chofu R290 moduliert ihre Leistung – sie passt sich dem Bedarf an. Eine knapp, aber korrekt ausgelegte Wärmepumpe läuft ruhiger und effizienter als ein überdimensioniertes Gerät.

Heizlast und Vorlauftemperatur gehören zusammen

Die Heizlast sagt, wie viel Wärme Sie brauchen – die Vorlauftemperatur sagt, bei welcher Temperatur sie ins Heizsystem geht. Beides zusammen bestimmt die Effizienz. Gerade im Altbau lohnt es sich, die nötige Vorlauftemperatur vorab zu prüfen; wie das geht, zeigt unser Beitrag Wärmepumpe im Altbau.

Ihr nächster Schritt

Eine erste Einschätzung liefert unser Online-Tool, eine verbindliche Auslegung der Fachbetrieb.


Stand: Mai 2026. Faustwerte ersetzen keine raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 durch eine Fachplanerin oder einen Fachplaner.

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