Kurz gesagt: Ja, eine Luft-Wasser-Wärmepumpe heizt auch bei −15 °C zuverlässig – und mit der Chofu R290 sogar bis −25 °C Außentemperatur. Die Effizienz sinkt bei strengem Frost, das stimmt. Aber die wirklich kalten Tage sind selten: Der Großteil der Heizarbeit fällt bei 0 bis +8 °C an, wo die Wärmepumpe hocheffizient läuft. Entscheidend ist nicht der schlechteste Tag, sondern der Schnitt über die ganze Saison.
Die Sorge – und warum sie unbegründet ist
„Was, wenn es richtig kalt wird – funktioniert die Wärmepumpe dann überhaupt noch?” Das ist die häufigste Frage vor dem Umstieg. Und sie ist verständlich: Eine Heizung, die ausgerechnet bei Frost schwächelt, wäre ein Konstruktionsfehler.
Die Entwarnung kommt aus der Physik. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe „erzeugt” keine Wärme – sie transportiert sie. Und Wärme steckt in Luft, solange diese über dem absoluten Nullpunkt liegt, also bei rund −273 °C. Luft mit −15 °C enthält im physikalischen Sinn jede Menge nutzbare Energie. Die Wärmepumpe hebt dieses Temperaturniveau mit einem Kältekreis auf das, was die Heizkörper brauchen.
Das ist kein Marketing, sondern seit Jahrzehnten erprobte Technik – am eindrucksvollsten in Skandinavien: In Norwegen, wo es deutlich kälter wird als in Deutschland, ist die Wärmepumpe die mit Abstand häufigste Heizung. Wenn sie dort funktioniert, funktioniert sie in Hamburg, München oder Dresden erst recht.
Was bei Kälte mit der Effizienz passiert
Ehrlich bleiben gehört dazu: Bei Frost sinkt die Effizienz. Je größer der Temperaturunterschied zwischen kalter Außenluft und warmem Heizwasser, desto mehr Strom braucht der Verdichter. Der COP – das Verhältnis von Wärme zu eingesetztem Strom – fällt.
Größenordnung: An einem milden Tag mit +7 °C arbeitet eine gut ausgelegte Wärmepumpe mit einem COP von 4 bis 5. Bei −7 °C sind es eher 2,4 bis 2,8, bei −15 °C noch rund 2. Das klingt nach einem deutlichen Einbruch – ist aber kein Problem. Warum, zeigt der nächste Abschnitt.
Die kalten Tage sind selten – darum zählt der SCOP
Hier ist der Denkfehler, der die meisten Sorgen verursacht: Man stellt sich den kältesten Tag des Jahres vor und rechnet das ganze Heizjahr so durch. Das wäre, als würde man den Spritverbrauch eines Autos allein an einer Vollgas-Bergauffahrt bemessen.
In Wirklichkeit verteilt sich die Heizarbeit übers Jahr ganz anders. In einem typischen deutschen Winter liegen die Außentemperaturen während der Heizsaison die meiste Zeit zwischen 0 und +8 °C. Tage mit −15 °C gibt es – wenn überhaupt – nur eine Handvoll. Der allergrößte Teil der Heizenergie wird also genau in dem Temperaturbereich verbraucht, in dem die Wärmepumpe hocheffizient läuft.
Deshalb ist die richtige Kennzahl nicht der COP am schlechtesten Tag, sondern der SCOP – die saisonale Arbeitszahl über das gesamte Jahr. Die Chofu R290 erreicht bei 35 °C Vorlauf einen SCOP von 4,5–4,7. Die wenigen Frosttage drücken diesen Schnitt nur minimal.
Abtauen – was es ist und warum es normal ist
Ein Phänomen, das viele verunsichert: Im Bereich um 0 bis +5 °C, wenn die Luft feucht ist, bildet sich Reif am Verdampfer der Außeneinheit. Das ist physikalisch unvermeidbar – die Luftfeuchtigkeit gefriert an der kalten Lamellenfläche.
Die Wärmepumpe löst das selbst: In kurzen Abtauzyklen kehrt sie den Kreislauf für wenige Minuten um und bringt warmes Kältemittel durch den Verdampfer, das den Reif schmilzt. Danach heizt sie normal weiter. Sie müssen dafür nichts tun.
Zwei Dinge sind wichtig zu wissen: Erstens kostet das Abtauen ein wenig Effizienz – das ist im SCOP bereits eingerechnet. Zweitens ist gerade die feuchte Kälte um den Gefrierpunkt fürs Abtauen relevant, nicht der trockene, klare Frost bei −15 °C. Eine vereiste Außeneinheit nach einem Abtauzyklus ist also kein Defekt, sondern bestimmungsgemäßer Betrieb.
Bivalenzpunkt und Heizstab – brauche ich den?
Der Bivalenzpunkt ist die Außentemperatur, ab der die Wärmepumpe rechnerisch Unterstützung bekommen könnte – meist durch einen elektrischen Heizstab. Viele befürchten, dass dieser Heizstab im Winter ständig mitläuft und die Stromrechnung explodieren lässt.
Bei einer richtig dimensionierten Wärmepumpe passiert das kaum. Die Chofu R290 liefert ihre volle Nennleistung bis zur Bivalenztemperatur von −7 °C – und arbeitet darunter weiter, bis −25 °C Außentemperatur. Für die allermeisten deutschen Standorte, deren Normaußentemperatur zwischen −10 und −16 °C liegt, bedeutet das: Der Heizstab ist eine reine Reserve für absolute Ausnahmetage – kein Dauerläufer.
Die häufigste Ursache für einen viel zu oft laufenden Heizstab ist nicht das Klima, sondern eine unterdimensionierte oder schlecht eingestellte Anlage. Genau deshalb steht und fällt der Winterbetrieb mit der Auslegung.
Was die Chofu R290 im tiefen Frost leistet
Konkrete Werte des meistverkauften Modells (R290, 10-kW-Klasse) bei 35 °C Vorlauf – also im typischen Sanierungs- oder Neubaufall:
| Außentemperatur | Heizleistung | COP |
|---|---|---|
| +7 °C | 13,6 kW | 4,18 |
| +2 °C | 11,1 kW | 3,15 |
| −7 °C | 10,0 kW | 2,44 |
| −15 °C | 8,7 kW | 2,08 |
| −20 °C | 7,3 kW | 1,85 |
Selbst bei −20 °C macht die Chofu aus 1 kWh Strom noch 1,85 kWh Wärme – ganz ohne Heizstab. Und sie liefert dabei genug Leistung, um ein gut bis durchschnittlich gedämmtes Einfamilienhaus warm zu halten. Die japanische Bauart ist auf raue Winter ausgelegt – Chofu baut Wärmepumpen seit Jahrzehnten für ein Land mit kalten, schneereichen Regionen.
Worauf es bei der Auslegung ankommt
Damit der Winterbetrieb reibungslos läuft, kommt es auf drei Dinge an:
- Heizlastberechnung nach DIN EN 12831: Sie ermittelt, wie viel Leistung Ihr Haus am kältesten Tag wirklich braucht. Auf dieser Basis wird die Geräteklasse gewählt – nicht nach Bauchgefühl. Wie das geht, zeigt der Beitrag Heizlast berechnen fürs Einfamilienhaus.
- Richtige Normaußentemperatur: Sie ist regional festgelegt (Küste −10 °C, Mittelgebirge bis −16 °C). Wer mit dem falschen Wert plant, dimensioniert daneben.
- Aufstellort: Die Außeneinheit braucht freien Luftzug und sollte nicht in einer Senke stehen, in der sich Kaltluft sammelt. Das Kondenswasser aus dem Abtauen muss frei ablaufen können.
Alle drei Punkte sind Standard-Handwerk – aber sie entscheiden darüber, ob die Wärmepumpe im Februar souverän läuft oder ständig den Heizstab ruft.
Ihr nächster Schritt
Der Winter ist für eine sauber geplante Wärmepumpe kein Ausnahmezustand, sondern Normalbetrieb. Die Frage ist nicht ob, sondern wie gut dimensioniert.
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Die Leistungs- und COP-Werte beziehen sich auf die 10-kW-Klasse der Chofu R290 im Auslegungsbetrieb. Die für Ihr Haus passende Geräteklasse ergibt sich aus der individuellen Heizlastberechnung.