Technik 21. Mai 2026 4 Min. Lesezeit

Wärmepumpe und Photovoltaik kombinieren – lohnt sich das?

Eigenverbrauch, das Saison-Problem, SG-Ready und die Speicherfrage: was die Kombination aus Wärmepumpe und PV-Anlage wirklich bringt – und warum der Pufferspeicher oft schlauer ist als die Batterie.

Chofu R290 Wärmepumpe vor einem deutschen Einfamilienhaus mit Photovoltaik-Anlage auf dem Dach

Kurz gesagt: Wärmepumpe und Photovoltaik passen gut zusammen – die Wärmepumpe verbraucht Solarstrom, der sonst für wenige Cent ins Netz fließen würde. Der Haken: Im Winter, wenn die Wärmepumpe am meisten Strom braucht, liefert die PV-Anlage am wenigsten. Realistisch deckt die PV-Anlage 30–60 % des Wärmepumpenstroms übers Jahr. Eine SG-Ready-fähige Wärmepumpe wie die Chofu R290 nutzt den Überschuss clever – und der Pufferspeicher ist dabei oft der klügere “Akku” als eine teure Batterie.

Warum Wärmepumpe und PV gut zusammenpassen

Die Logik ist bestechend einfach: Die Wärmepumpe braucht Strom, die Photovoltaik-Anlage liefert Strom. Statt Solarstrom für eine niedrige Einspeisevergütung ins Netz zu geben und im Gegenzug teuren Netzstrom für die Heizung zu kaufen, verbraucht man den eigenen Strom direkt.

Der Preisunterschied macht den Reiz aus: Selbst erzeugter PV-Strom “kostet” über die Lebensdauer der Anlage gerechnet nur rund 8–12 ct/kWh. Netzstrom liegt 2026 bei rund 30 ct/kWh im Wärmepumpentarif, beim normalen Haushaltsstrom noch höher. Jede Kilowattstunde, die die Wärmepumpe direkt vom Dach nimmt, spart also den Großteil dieser Differenz.

So weit die Theorie. Jetzt der ehrliche Teil.

Das Saison-Problem – ehrlich benannt

Die Kombination hat eine eingebaute Schwäche, und seriöse Beratung benennt sie: Wärmepumpe und PV-Anlage haben gegenläufige Jahresprofile.

  • Die Wärmepumpe braucht im Winter am meisten Strom – Dezember, Januar, Februar.
  • Die PV-Anlage liefert im Winter am wenigsten – kurze Tage, flacher Sonnenstand, oft Bewölkung.

Im tiefsten Winter kommt der Strom für die Heizung also überwiegend aus dem Netz. Eine PV-Anlage macht eine Wärmepumpe nicht autark – wer das verspricht, verschweigt die Physik.

Das ist aber kein Grund gegen die Kombination. Es heißt nur: Man sollte die richtige Erwartung haben. Der Gewinn liegt nicht im Dezember.

Wo die Kombination wirklich glänzt

Der Sweet Spot ist die Übergangszeit – die langen Wochen im Frühjahr und Herbst, in denen noch geheizt wird, die Sonne aber schon ordentlich liefert. März, April, Oktober: Hier kann ein erheblicher Teil des Wärmepumpenstroms direkt vom Dach kommen. Genau in dieser Zeit fällt auch ein guter Teil der Jahresheizarbeit an.

Der zweite Dauergewinn ist die Warmwasserbereitung. Warmwasser braucht das Haus das ganze Jahr – auch im Sommer, wenn die PV-Anlage im Überfluss liefert. Eine Wärmepumpe, die im Sommer das Warmwasser mit Solarstrom bereitet, läuft praktisch zum Nulltarif.

Über das Jahr gerechnet ergibt sich daraus eine realistische Eigendeckung von 30–60 % des Wärmepumpenstroms – je nach Größe der PV-Anlage, Ausrichtung des Dachs und Heizverhalten. Das ist ein solider, dauerhafter Spareffekt.

SG-Ready – wie die Wärmepumpe den Solarstrom nutzt

Damit die Wärmepumpe den Solarstrom auch wirklich abgreift, muss sie wissen, wann er da ist. Genau dafür gibt es die SG-Ready-Schnittstelle (“Smart Grid Ready”).

Die Chofu R290 ist SG-Ready-fähig. Meldet das Energiemanagement des Hauses einen PV-Überschuss, kann die Wärmepumpe diesen Strom gezielt nutzen – indem sie zum Beispiel den Pufferspeicher oder den Warmwasserspeicher etwas höher auflädt, solange die Sonne scheint. Diese Wärme steht dann später zur Verfügung, ohne dass Netzstrom gebraucht wird.

Das Schöne daran: Das läuft automatisch. Sie müssen nichts beobachten und nichts manuell schalten – die Regelung verschiebt den Verbrauch in die sonnigen Stunden.

Braucht es einen Stromspeicher?

Die häufigste Frage – und hier lohnt sich ein nüchterner Blick.

Eine Batterie (Hausstromspeicher) verschiebt Solarstrom vom Tag in den Abend. Für den Haushaltsstrom kann sich das rechnen. Für die Winterheizung bringt sie dagegen wenig: Eine typische Hausbatterie speichert ein paar Kilowattstunden – die Wärmepumpe verbraucht an einem kalten Tag ein Vielfaches davon, und im Winter ist der PV-Ertrag ohnehin zu klein, um die Batterie überhaupt zu füllen.

Der oft klügere “Speicher” für die Kombination Wärmepumpe + PV ist deshalb der thermische Speicher: der Pufferspeicher und der Warmwasserspeicher. Strom in Wärme umzuwandeln und diese Wärme zu bevorraten, ist deutlich günstiger, als Strom in einer Batterie zu lagern. Eine SG-Ready-Wärmepumpe macht genau das – sie nutzt den Speicher, den sie ohnehin hat.

Kurze Faustregel: Eine Batterie kauft man primär für den Haushaltsstrom, nicht für die Heizung. Wer Wärmepumpe und PV kombiniert, sollte zuerst in eine ausreichend große PV-Anlage und eine SG-Ready-Wärmepumpe investieren – die Batterie ist die optionale Kür, nicht die Pflicht.

Was die Kombination finanziell bringt

Rechnen wir grob: Eine Wärmepumpe im Einfamilienhaus verbraucht rund 5.000–6.000 kWh Strom im Jahr. Deckt die PV-Anlage davon 45 % direkt ab, sind das gut 2.500 kWh, die statt ~30 ct nur ~10 ct kosten – eine Ersparnis von rund 500 € pro Jahr, allein beim Heizstrom. Dazu kommt der Effekt beim Haushaltsstrom und beim sommerlichen Warmwasser.

Wer keine PV-Anlage hat oder nachrüsten will, kann einen Teil des Effekts auch über einen dynamischen Stromtarif holen – die Wärmepumpe lädt den Puffer dann bevorzugt in den günstigen Börsenstunden. Mehr dazu im Artikel zum Stromverbrauch der Wärmepumpe.

Ihr nächster Schritt

Wärmepumpe und PV sind ein gutes Team – mit realistischer Erwartung. Der Gewinn liegt in Übergangszeit und Warmwasser, nicht in der Winterautarkie.


Die genannten Deckungs- und Sparwerte sind Orientierungsgrößen. Der reale Eigenverbrauchsanteil hängt von PV-Größe, Dachausrichtung, Gebäude und Nutzerverhalten ab.

#Photovoltaik#PV-Anlage#Eigenverbrauch#SG-Ready#Stromspeicher

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