Technik 15. Mai 2026 3 Min. Lesezeit

Stromverbrauch der Wärmepumpe – was sie 2026 in Deutschland kostet

Wie viel Strom braucht eine Wärmepumpe wirklich? Verbrauch, Stromkosten 2026, Wärmepumpen-Tarife und der Netzentgelt-Vorteil nach §14a EnWG – mit klaren Rechenbeispielen.

Chofu R290 Wärmepumpe an einem Einfamilienhaus mit Stromzähler – Symbolbild Stromverbrauch

Kurz gesagt: Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus mit rund 20.000 kWh Wärmebedarf verbraucht etwa 5.000–6.500 kWh Strom pro Jahr. Bei einem durchschnittlichen Strompreis von rund 37 ct/kWh sind das ca. 1.900–2.400 €; mit einem Wärmepumpen-Stromtarif (28–34 ct/kWh) eher 1.400–2.000 €. Den Verbrauch bestimmt vor allem die Jahresarbeitszahl – und die hängt von Auslegung und Vorlauftemperatur ab.

Die eine Kennzahl: die Jahresarbeitszahl

Wie viel Strom Ihre Wärmepumpe braucht, hängt nicht am Gerät allein, sondern an der Jahresarbeitszahl (JAZ). Sie sagt, wie viele Kilowattstunden Wärme die Anlage übers Jahr aus einer Kilowattstunde Strom macht.

  • JAZ 3,0 → aus 1 kWh Strom werden 3 kWh Wärme
  • JAZ 4,0 → aus 1 kWh Strom werden 4 kWh Wärme

Eine gut ausgelegte Luft-Wasser-Wärmepumpe erreicht im Bestand realistisch eine JAZ zwischen 3,0 und 4,0. Je niedriger die Vorlauftemperatur, desto höher die JAZ – deshalb ist die richtige Auslegung so wichtig.

So rechnen Sie Ihren Verbrauch aus

Die Formel ist einfach:

Strombedarf = Wärmebedarf ÷ JAZ

Ihren bisherigen Wärmebedarf kennen Sie ungefähr aus der letzten Heizkostenabrechnung. Ein paar Anhaltspunkte zum Umrechnen:

Bisheriges SystemVerbrauchentspricht Wärmebedarf
Gasheizung22.000 kWh Gasca. 20.000 kWh
Ölheizung2.200 Liter Ölca. 20.000 kWh

Rechenbeispiel: 20.000 kWh Wärmebedarf ÷ JAZ 3,5 = rund 5.700 kWh Strombedarf im Jahr.

Was das 2026 kostet

Der Strompreis macht aus dem Verbrauch die Rechnung. Stand 2026:

  • Normaler Haushaltsstrom: im Durchschnitt rund 37 ct/kWh (brutto, inkl. Steuern und Netzentgelte), je nach Anbieter und Region etwa 26–40 ct.
  • Wärmepumpen-Stromtarif: viele Versorger bieten separate Heizstromtarife mit rund 28–34 ct/kWh an – meist über einen eigenen Zähler. Das sind rund 10–20 % weniger als der normale Haushaltstarif.
TarifPreisKosten für 5.700 kWh
Haushaltsstromca. 37 ct/kWhca. 2.100 €/Jahr
Wärmepumpen-Tarifca. 31 ct/kWhca. 1.770 €/Jahr

Zum Vergleich: Eine Gasheizung kommt bei 20.000 kWh Wärmebedarf 2026 inklusive Grundpreis auf etwa 2.350–2.600 € pro Jahr, eine Ölheizung ähnlich. Die Wärmepumpe liegt also auch ohne PV-Anlage darunter – die ganze Rechnung mit Anschaffung und Förderung finden Sie im Beitrag Was kostet eine Wärmepumpe 2026.

§14a EnWG: günstigere Netzentgelte für die Wärmepumpe

Seit 2024 gilt §14a des Energiewirtschaftsgesetzes. Er behandelt Wärmepumpen als „steuerbare Verbrauchseinrichtungen”. Das klingt technisch, bringt Ihnen aber einen handfesten Vorteil:

  • Sie melden die Wärmepumpe beim Netzbetreiber an.
  • Im Gegenzug erhalten Sie reduzierte Netzentgelte – je nach gewähltem Modul ein pauschaler Abschlag oder ein vergünstigter Arbeitspreis.
  • Der Netzbetreiber darf bei einem drohenden Netzengpass die Leistung kurzzeitig dimmen – nicht abschalten. Ein Mindestniveau zum Heizen bleibt immer erhalten.

In der Praxis merken die meisten Haushalte vom Dimmen nichts, profitieren aber vom günstigeren Netzentgelt. Ihr Installateur und Ihr Netzbetreiber klären die Anmeldung gemeinsam.

PV-Kombination: der stille Hebel

Wer eine Photovoltaik-Anlage hat oder plant, senkt die Stromkosten weiter. Eine SG-Ready-fähige Wärmepumpe wie die Chofu R290 kann Solarstrom-Überschüsse gezielt nutzen – etwa zur Warmwasserbereitung oder zum „Vorheizen” des Pufferspeichers. Realistisch lassen sich so 10–25 % der Wärmepumpen-Stromkosten einsparen.

Drei Hebel für einen niedrigen Verbrauch

  1. Niedrige Vorlauftemperatur. Jedes Grad weniger erhöht die JAZ. Heizkurve sauber einstellen lassen.
  2. Korrekte Auslegung. Ein überdimensioniertes Gerät taktet und verschleißt – die Heizlastberechnung ist die Basis.
  3. Hydraulischer Abgleich. Sorgt dafür, dass jeder Heizkörper genau die richtige Menge bekommt – Pflicht bei der KfW-Förderung und gut für die Effizienz.

Ihr nächster Schritt

Wir schätzen Ihren künftigen Stromverbrauch anhand Ihrer realen Gebäudedaten ein – ehrlich, nicht schöngerechnet.


Stand: Mai 2026. Strompreise und Netzentgelt-Regelungen ändern sich – die aktuellen Konditionen erfragen Sie bei Vergleichsportalen und Ihrem Netzbetreiber.

#Stromverbrauch#Betriebskosten#JAZ#§14a EnWG#PV

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